Das Landgericht Karlsruhe hat in einem kürzlich ergangenen Urteil entschieden, dass die Influencerin Pamela Reif ihre Beiträge auf Instagram als Werbung kennzeichnen muss (Az. 13 O 38/18 KfH). Sie hat bereits angekündigt, gegen dieses Urteil Berufung einzulegen.

Beantragt hat die einstweilige Verfügung der Berliner Verband Sozialer Wettbewerb, der auch gegen die Influencerin Vreni Frost wegen nicht als Werbung gekennzeichneter Posts auf Instagram vorgegangen war, wie wir an dieser Stelle bereits berichtet haben. Ein weiteres Verfahren dieses Verbandes ist in München gegen Cathy Hummels anhängig.

Die Streitfrage
Auch im Verfahren gegen Pamela Reif ging es um die Frage, ob die streitgegenständlichen Posts verschleierte Werbung seien und die Influencerin aufgrund der fehlenden Kennzeichnung der Posts als Werbung gegen das Wettbewerbsrecht verstoße.

Die Entscheidung des Landgerichts Karlsruhe
Die betroffenen Posts von Pamela Reif bestanden aus einem Foto von ihr und einem kurzen Begleittext. Auf den Fotos war ihre Kleidung mit Tags versehen, welche zu den Instagram-Seiten der entsprechenden Markenhersteller führten.

Das Landgericht Karlsruhe sah in diesen Posts eine kommerzielle Handlung. Durch das Taggen der Kleidung würden der geschäftliche Absatz und das Image der jeweiligen Hersteller gefördert. Dagegen spreche auch nicht die vermeintliche Privatheit mancher Posts oder der Umstand, dass Pamela Reif kein Entgelt für diese Verlinkung erhalten habe.

Das Landgericht begründet seine Entscheidung damit, dass ein Influencer im Rahmen seiner Posts stets sein eigenes Image pflege und dies erreiche, indem er die zu seinem Image passenden Marken oder Produkte bewerbe. Dies tue er, um die Zahl seiner Anhänger zu erhöhen, und um ein möglichst glaubwürdiger Werbeträger für Unternehmen zu sein, von denen er dann für weitere Posts Entgelte für die Verlinkung zu ihren Instagram Seiten erhalte.

Außerdem argumentiert das Landgericht Karlsruhe, dass die teilweise sehr jungen Follower die werblichen Aktivitäten nicht als solche erkennen könnten und eine Kennzeichnung daher nicht entbehrlich sei.

Geschäftsmodell: Influencer
Während sich die Begründung des Landgerichts Karlsruhe so liest, als würde das Gericht Pamela Reif als wandelnde Werbefläche sehen, verglich das Kammergericht vergleichbare Posts von Vreni Frost mit den Beiträgen einer Modezeitschrift. An dieser Stelle liegt die Frage nahe, ob dies etwas mit einer generell unterschiedlichen Beurteilung des Geschäftsmodells „Influencer“ durch die verschiedenen Gerichte zu tun hat oder ob dies auch an dem jeweiligen Online-Auftritt der Influencerinnen liegt. Denn genauso wie es im Bereich der Printmedien reine Anzeigenblätter/ Kataloge gibt, gibt es natürlich auch im Bereich der Social Media Welt Unterschiede.

Fazit
Das letzte Wort in der Causa „#Abmahngate“ ist also noch nicht gesprochen. Es bleibt spannend, ob die Gerichte künftig zwischen Influencern und ihrem Postingverhalten unterscheiden oder sich generelle Guidelines herausbilden, an denen sich Influencer orientieren können. Bis dahin muss weiterhin genau geprüft, ob ein Post als Werbung zu kennzeichnen ist.

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