26
Nov
2018

Rechnungslegung

Achtung: Frist für die erstmalige Abgabe des Entgelttransparenzberichts läuft am 31. Dezember 2018 ab

Beatrix Arlitt

Am 11. Januar 2017 hat das Bundeskabinett den Regierungsentwurf eines Gesetztes zur Förderung der Transparenz von Entgeltstrukturen (Entgelttransparenzgesetz) beschlossen. Diese Gesetz soll den bestehenden Rechtsrahmen für eine umfassende Durchsetzung von Entgeltgleichheit im Sinne von "gleicher Lohn für gleiche oder gleichwertige Arbeit" von Frauen und Männern verbessern.

Dazu müssen alle Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigte, die gesetzlich zur Aufstellung eines Lageberichts verpflichtet sind einen Entgelttransparenzbericht erstellen.

Der Entgelttransparenzbericht soll die Maßnahmen, die das Unternehmen zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern, insbesondere im Arbeitsalltag, ergriffen hat und die Wirkung dieser Maßnahmen erläutern.

Weiterhin sind getrennt davon die Maßnahmen aufzuführen, die der Einhaltung und Förderung von Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern dienen. Es gilt der  "Comply or Explain" Grundsatz d.h. werden keine Maßnahmen ergriffen, ist dies zu begründen.

Eine weitere Abgabepflicht umfasst statistische Angaben, die nur für das letzte Kalenderjahr des Berichtszeitraums zu machen sind. In diesem Zusammenhang sind anzugeben:

  • die durchschnittliche Gesamtzahl der Beschäftigten, sowie die durchschnittliche Zahl der Voll- und Teilzeitbeschäftigten, jeweils getrennt nach Frauen und Männern

  • die Veränderung gegenüber den Angaben im Vergleich zum letzten Bericht.

In diese Zahlen einzubeziehen sind auch die Arbeitnehmer, die dem Unternehmen überlassen wurden und nicht beim Unternehmen als Arbeitnehmer angestellt sind. Somit weichen die anzugebenden Mitarbeiterzahlen von den handelsrechtlich zu nennenden Angaben ab.

Der Berichtszeitraum des ersten Entgelttransparenzberichts umfasst die o.g. Angaben nur für ein Jahr; nämlich das Kalenderjahr 2016. Ein nicht-kapitalmarktorientiertes Unternehmen muss den Entgelttransparenzbericht bis spätestens zum Ablauf des 31.12. des Folgekalenderjahres erstellt haben.

Bei kalendergleichen Geschäftsjahren ist dem im Jahr 2018 zu erstellenden Lagebericht für das Geschäftsjahr 2017 der Entgelttransparenzbericht 2016 als Anlage beizufügen.

Folglich ist er daher bis zum 31. Dezember 2018 im Bundesanzeiger zu veröffentlichen.

Der Entgelttransparenzbericht ist danach bei tarifgebunden Unternehmen alle fünf Jahre, ansonsten alle drei Jahre zu erstellen und daher dem Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022 bzw. 2020 beizufügen.

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