02
Mar
2020

Rechnungslegung

Alle Jahre wieder – auch nach Weihnachten!

Michael Kapitza

Früher oder später fragt jeder Bilanzierende nach Sinn oder Unsinn der aktiven Rechnungsabgrenzung. Tatsächlich setzt sich dieser Posten meistens ausschließlich aus jährlich wiederkehrenden Beträgen gleichen Ursprungs und ähnlicher Höhe zusammen. Abgesehen vom kosmetischen Bilanzeffekt ist die Wirkung daher faktisch Null. Dies führt zur berechtigen Frage „Wozu?!“.

Die Literatur vertritt bereits seit geraumer Zeit die Auffassung, dass eine aktive Rechnungsabgrenzung entbehrlich ist, wenn die Beträge der Art und Höhe nach in etwa in gleichem Umfang abgegrenzt werden; beispielhaft seien hier Versicherungen oder Grundsteuern genannt, die in etwa konstante Beiträge haben, aber häufig nicht synchron zum Geschäftsjahr verlaufen.

Das Finanzgericht Baden Württemberg hat in einer wenig bekannten Entscheidung in 2019 entschieden, dass keine Pflicht besteht, für unwesentliche Beträge eine aktive Rechnungsabgrenzung vorzunehmen. Dabei wird eine Parallele zur Sofortabschreibung von Wirtschaftsgütern gezogen.

Leider hat die Finanzverwaltung gegen das Urteil (5K 548/17) Berufung eingelegt. Aus der Urteilsbegründung des Finanzgerichtes lässt sich jedoch entnehmen, dass es sich bei seiner Entscheidung de facto auf die Rechtsprechung des BFH stützt. Die Chancen, dass das Urteil höchstrichterlich bestätigt wird, stehen also sehr gut. Aufgrund der sich regelmäßig verschiebenden GWG Grenzen führt eine Anwendung jedoch bereits heute zu einer erheblichen Entlastung im Zuge der Jahresabschlusserstellung.

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