09
Aug
2018

Rechnungslegung

Anstieg der Pensionsrückstellungen

Beatrix Arlitt

Am 20. Juli 2018 sind die HEUBECK-Richttafeln 2018 G erschienen. Diese berücksichtigen die neuesten Statistiken der gesetzlichen Rentenversicherung und des Statistischen Bundesamtes und spiegeln die jüngsten Entwicklungen bei der Sterblichkeits-, Invalidisierungs-, Verheiratungs- und Fluktuationswahrscheinlichkeiten wider.

Die beobachtete Verlängerung der Lebenserwartung hält an. Bei den Frauen hat sich die Lebenserwartung in Ost und West nach der Wiedervereinigung fast vollständig angeglichen. Bei den Männern hat sich der Abstand von drei Jahren auf etwas mehr als sieben Monate verkürzt.

Die neuen Richttafeln berücksichtigen nun den statistisch nachweisbaren Zusammenhang zwischen der Lebenserwartung und der Höhe der gezahlten Rente. D. h. höhere Renten sind im Durchschnitt länger zu zahlen als niedrige. Darüber hinaus berücksichtigen die neuen Richttafeln geänderte Invalidisierungswahrscheinlichkeiten, da sich seit mehr als zehn Jahren im Altersbereich ab 58 Jahren ein Rückgang abzeichnet.

Es wird damit gerechnet, dass das Bundesfinanzministerium die neuen HEUBECK-Richttafeln für die steuerliche Bewertung von Pensionsverpflichtungen anerkennen und noch vor der nächsten Bilanzsaison ein entsprechendes BMF-Schreiben veröffentlichen wird.

Als Effekt aus der erstmaligen Anwendung der neuen Richttafeln wird in der Handelsbilanz eine Zuführung von 1,5 % bis 2,5 % und in der Steuerbilanz eine Zuführung von 0,8 % bis 1,5 % erwartet.

In der Steuerbilanz ist der Anpassungsaufwand über drei Jahre zu verteilen, während er in der Handelsbilanz sofort zu erfassen ist.

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