31
Mar
2022

Rechnungslegung

„Antrittsprämien“ für Arbeitnehmer

Michael Kapitza

Was vor einigen Jahren noch den Fußballern vorbehalten war, macht mittlerweile auch bei hochspezialisierten Arbeitnehmern die Runde. Arbeitgeber zahlen Neueinstellungen eine Art Antrittsprämie, u. a. um damit Kosten, die z. B. im Zusammenhang mit dem Arbeitgeberwechsel stehen, abzugelten. 

Es stellt sich unweigerlich die Frage, wie diese Zahlungen im Jahresabschluss zu erfassen sind. Eine Aktivierung und Abschreibung scheidet regelmäßig aus, dass die Aktivierungsvoraussetzungen nicht gegeben sind. Es bleibt also eine aufwandswirksame Erfassung. 

Intuitiv würde man eine Erfassung im Personalaufwand anstreben. Nach allgemeiner Auffassung ist unter den Personalaufwendungen jener Aufwand zu erfassen, der als Gegenleistung für eine geleistete Arbeit gewährt wird. Dies erscheint logisch, da der Personalaufwand hier eine gewisse Relation insbesondere zum Umsatz widerspiegeln soll. Es ist daher unlogisch ihn mit Einmalaufwendungen zu belasten, die nicht explizit im Personalaufwand auszuweisen sind (z. B. Abfindungen, Restrukturierungskosten, usw.).

Wir tendieren daher dazu, Antrittsprämien eher als Kosten der Personalgewinnung zu sehen, weil sie dies bei wirtschaftlicher Betrachtung auch sind. Somit wären solche Kosten eher in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen auszuweisen.

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