28
Jan
2016

Bei der Bewertung von Pensionsrückstellungen zum 31.12.2015 zeichnet sich ein Wahlrecht ab

Michael KapitzaBeatrix Arlitt

Nachdem es zunächst so aussah, dass das Verfahren zur Ermittlung des Abzinsungssatzes der Pensionsrückstellungen auch für die nahe Zukunft quasi zementiert ist, hat das Bundeskabinett gestern vorgeschlagen, bei der Durchschnittsbetrachtung für die Bewertung von Pensionsrückstellungen nicht mehr auf die vergangenen sieben, sondern auf die vergangenen zehn Geschäftsjahre abzustellen. Die Regelung soll für Geschäftsjahre gelten, die nach dem 31.12.2015 enden. Sie darf aber auch schon angewendet werden für Geschäftsjahre zum 31.12.2015, d.h. eine rückwirkende Anwendung ist wahlweise möglich. Der der Berechnung zugrunde zu legende Zinssatz zum 31.12.2015 liegt bei einer 7-jährigen Durchschnittsbetrachtung bei rund 3,9 %. Es wird erwartet, dass die Bundesbank die Zinssätze, die sich bei der Berechnung mit einem 10-jährigen Betrachtungszeitraum ergeben, in Kürze veröffentlicht.

Da die Zinssätze einen wesentlichen Parameter für die Bewertung der Pensionsrückstellungen bilden, kann sich je nach Einzelfall ein erheblicher Bewertungsspielraum ergeben. Nach den derzeit vorliegenden Informationen soll zur Vermeidung von Interpretationsschwierigkeiten der Unterschiedsbetrag zwischen 7-und 10-jähriger Laufzeit (also der Unterschied durch einen abweichenden Zinssatz) durch die bilanzierenden Unternehmen im Anhang angegeben werden. Dies erfordert somit letztlich zwei Bewertungen mit abweichenden Zinssätzen.

Der Vorschlag basiert auf einem Entschließungsantrag des Deutschen Bundestags vom 18.06.2015, mit dem die Bundesregierung um Prüfung der bestehenden Regelung gebeten worden war. Es besteht die Absicht, die geplante Regelung noch im Februar endgültig im Parlament zu verabschieden.

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