21
Dec
2017

UnternehmensteuerrechtVermögensnachfolge

BFH erkennt Ausfall von Darlehen im Privatvermögen als Verlust an

Christian Hornburg

Die hier im Blogbeitrag vom 10.10.2017 (Thema: Keine nachträglichen Anschaffungskosten bei Gesellschafterdarlehen) geäußerte Rechtsauffassung hat sich bestätigt.

Der BFH hat mit am 20.12.2017 veröffentlichten Urteil vom 24.10.2017 – VIII R 13/15 den Ausfall eines Darlehens in der privaten Vermögenssphäre als steuerlichen Verlust bei den Einkünften aus Kapitalvermögen anerkannt.

Diese Entscheidung ist nicht nur zu begrüßen, sondern rechtssystematisch zwingend. Mit Einführung der Abgeltungsteuer im Unternehmensteuerreformgesetz 2008 sollte eine vollständige steuerrechtliche Erfassung aller Wertveränderungen im Zusammenhang mit Kapitalerträgen erreicht werden. Die Entscheidung des BFH ist dennoch erforderlich geworden, da dem Gesetzestext nur zu entnehmen ist, dass ein „Gewinn“ steuerpflichtig sein soll.

Was bedeutet die Entscheidung für die Steuerpflichtigen?
Steuerpflichtige, die einen Darlehensausfall hinnehmen müssen, erhalten eine steuerliche Kompensation. Die Verluste dürfen allerdings grundsätzlich nur mit positiven Einkünften aus Kapitalvermögen verrechnet werden.

Unter bestimmten Voraussetzungen greift diese Verlustabzugsbeschränkung aber nicht, und können die Darlehensverluste dann in voller Höhe mit allen sonstigen positiven Einkünften verrechnet werden. Dies kann beispielsweise auch Gesellschafterdarlehen an Kapitalgesellschaften betreffen.

Jeder Steuerpflichtige sollte daher bei einem etwaigen Darlehensausfall in der privaten Vermögenssphäre stets im Hinterkopf haben, dass dieser steuerlich relevant sein kann. Idealerweise lässt sich ein Steuerpflichtiger schon bei der Gewährung des Darlehens steuerlich beraten, um in der Situation des Ausfalls zumindest die größtmögliche steuerliche Entlastung beanspruchen zu können.

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