23
Feb
2021

Rechnungslegung

Bilanzierung von „Bazooka“-Subventionen

Michael Kapitza

Aktuell herrscht bei vielen Bilanzierenden eine Verunsicherung, wie die Bazooka-Corona-Soforthilfen im Jahresabschluss erfasst werden sollen. Konkret geht es um jene Zuschüsse und Soforthilfen, die zwar form- und fristgerecht im Jahr 2020 beantragt, aber bis heute (Februar 2021) noch nicht und in Kürze hoffentlich ausgezahlt wurden. 

Die Verunsicherung resultiert daraus, dass der Auszahlungszeitpunkt erst in 2021 liegen wird, viele Bilanzierenden hier eine Unsicherheit vermuten und sich daher entschließen, diesen Vorgang erst 2021 zu erfassen.

Dies dürfte jedoch in den meisten Fällen grundlegend falsch sein. Tatsächlich gilt auch hier der Grundsatz des „matching principle“, also Erträge und dazugehörige Aufwendungen müssen in der gleichen Periode erfasst werden.

Das IDW hat hierzu verschiedene Auslegungshilfen entwickelt. In Abhängigkeit davon, ob es ein Investitions- oder Aufwandszuschuss ist, erfolgt die bilanzielle Abbildung entsprechend. Diese geben für die Corona-Soforthilfen (es dürfte sich ausnahmslos um Aufwandszuschüsse handeln) eine recht klare Aussage wieder: Sofern ein Unternehmen zum Bilanzstichtag die sachlichen Voraussetzungen für die Gewährung der Zuwendung erfüllt und diese zum Aufstellungszeitpunkt bewilligt ist, muss eine Forderung aktiviert werden. Selbst wenn die Bewilligung noch nicht erfolgt ist, jedoch der Antrag gestellt wurde oder mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gestellt wird und die sachlichen Voraussetzungen erfüllt wurden, ist der Anspruch zu aktivieren. 

Da insbesondere für die Corona-Hilfen I und II die Frage der Antragstellung obsolet ist und die Frage der sachlichen Voraussetzungen bei der Antragstellung implizit geprüft wurde, ist davon auszugehen, dass eine Vielzahl der Ansprüche sachgerechterweise in den Jahresabschlüssen erfasst werden müsste. 

Auch zur Ausweisfrage hilft das IDW weiter: Grundsätzlich sind Aufwandszuschüsse in den sonstigen betrieblichen Erträgen auszuweisen. Es wird jedoch auch nicht beanstandet, wenn Aufwandszuschüsse offen von den Aufwendungen abgesetzt werden. Lediglich für den Fall, dass ein Zuschuss ausschließlich einer Aufwandsposition zuzuordnen ist, darf diese bei entsprechender Anhangangabe gekürzt in der Gewinn- und Verlustrechnung gezeigt werden. In den weitaus überwiegenden Fällen der Corona-Soforthilfen dürfte also ein Ausweis als sonstiger betrieblicher Ertrag die sachgerechte Vorgehensweise sein. 

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