07
Jul
2015

Unternehmensteuerrecht

Dividendenerträge ausländischer Tochtergesellschaften: Im Inland steuerpflichtig?

Dr. Robert Kroschewski

Unternehmen, die ihre ausländischen Aktivitäten über Tochtergesellschaften organisiert haben, sollten ihre Strukturen gelegentlich überprüfen. Überraschende Steuerfolgen können sich auch bei Tochtergesellschaften in „Hochsteuer“-Gebieten ergeben, wenn die ausländische Gesellschaft aus deutscher steuerlicher Brille als Personengesellschaft einzuordnen ist. Vereinnahmt die Tochtergesellschaft ihrerseits Dividenden, werden diese vielfach in Deutschland zu versteuern sein, wenngleich sie in der Rechnungslegung der inländischen Mutter gar nicht verzeichnet sind. Auch das Doppelbesteuerungsabkommen hilft dann vielfach nicht. Wenn nicht ausnahmsweise ein „funktionaler Zusammenhang“ mit den Aktivitäten der Tochter(personen-)gesellschaft gegeben ist, sieht die deutsche Finanzverwaltung das Besteuerungsrecht in Deutschland. Dem ist jüngst das FG Münster gefolgt (15.12.2014, 13 K 624/11 F – Revision ist anhängig unter I R 10/15). Praktisch schwierig zu klären, ist nicht selten, ob die ausländische Tochter für deutsche Besteuerungszwecke als Personengesellschaft gilt. Regelmäßig ist zunächst der Gesellschaftsvertrag darauf zu untersuchen, ob dessen Regelungen Parallelen zum Rollenmodell des deutschen Personengesellschaftsrecht aufweisen. Kritisch ist insofern u.a. die LLC in den USA und die C.V. in den Niederlanden.

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