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05
Dec
2019

Rechnungslegung

DRS 25 – Anwendungspflicht für Konzernabschlüsse

Beatrix ArlittFlorian Ludwig

Für Geschäftsjahre, die nach dem 31.12.2018 beginnen, ist der Deutsche Rechnungslegung Standard Nr. 25 „Währungsumrechnung im Konzernabschluss“ (DRS 25) gemäß § 342 Absatz 1 HGB bei der Aufstellung von handelsrechtlichen Konzernabschlüssen (§§ 290 ff. HGB bzw. 11 ff. PublG) verpflichtend anzuwenden. Die Neuerungen sind somit erstmals bei der Aufstellung und Prüfung der anstehenden Konzernabschlüssen für das Geschäftsjahr 2019 zu berücksichtigen.

Bereits im Frühjahr 2018 wurde der DRS 25 durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers veröffentlicht.

Wesentliches Ziel ist die Sicherstellung einer einheitlichen Anwendung und die Verbesserung der Informationsfunktion des Konzernabschlusses. Erreicht werden soll dies durch eine Konkretisierung des Zusammenspiels von Währungsumrechnung und einzelnen Konsolidierungsmaßnahmen.

Des Weiteren werden durch den DRS 25 die Grundsätze der Währungsumrechnung nach § 308a HGB sowie die Anforderungen an die Angaben zur Währungsumrechnung im Anhang spezifiziert erläutert und Zweifelsfragen geklärt.

Grundsätzlich erfolgt die Währungsumrechnung im handelsrechtlichen Konzernabschluss wie folgt:

1. Bilanz

  • Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und Sonderposten:
    Umrechnung zum Devisenkassamittelkurs am Konzernbilanzstichtag
  • Eigenkapitalposten:
    Umrechnung zum historischen Devisenkassamittelkurs (Kurs bei Entstehung der Eigenkapital-Position)
    – Konsolidierungspflichtiges Eigenkapital: Kurs im Erstkonsolidierungszeitpunkt
    – Jahresergebnisse: (Perioden-)Durchschnittskurs
    – (Sach-)Kapitalerhöhungen/Zuzahlung: Kurs bei Entstehung des (Geld-/Sachleistungs-)Anspruchs
    – Ausschüttungen/Kapitalherabsetzungen/Entnahmen: Kurs bei Entstehung der Auszahlungs-/Leistungsverpflichtung
  • „Sonderposten“ im Eigenkapital:
    – Ausstehende Einlagen:
         • Nicht-eingefordert: Korrekturposten zum gezeichneten Kapital, gleicher Kurs wie das gezeichnete Kapital
         • Eingefordert: Umrechnung zum Stichtagskurs, da Forderung
    – Eigene Anteile: Behandlung als Eigenkapital-Position; Umrechnung mit dem (historischen) Kurs bei Erwerb
  • Genussrechtskapital: 
    Auch bei Ausweis im Eigenkapital, Umrechnung mit dem Stichtagskurs, da Kapitalüberlassung auf schuldrechtlicher Grundlage
  • Rückbeteiligungen am Mutterunternehmen:
    – Behandlung im Konzernabschluss, wie eigene Anteile des Munterunternehmen Behandlung als Eigenkapital-Position, d. h. Umrechnung i.d.R mit dem (historischen) Kurs bei Erwerb

2. Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umrechnung der Erträge und Aufwendungen wird zum Durchschnittskurs, der unter Berücksichtigung der Volatilität des Wechselkurses und möglicher saisonaler Schwankungen (z. B. durch Gewichtung mittels der Umsatzerlöse) ermittelt wird, vorgenommen.

Die Verwendung von Geschäftsjahresdurchschnittskursen ist zulässig, wenn die Auswirkung auf Ertragslage unwesentlich ist.

Die unterjährige Veränderung des Konsolidierungskreises wird bei der Ermittlung des Durchschnittskurses durch die Anpassung des Bezugszeitraums berücksichtigt.

3. Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung

Eigenkapitaldifferenzen aus der Währungsumrechnung werden erfolgsneutral innerhalb des Konzerneigenkapitals in einem Gesonderten Posten nach den Konzerngewinnrücklagen erfasst. Dies gilt auch bei einem negativem Saldo.

Der Ausweis des auf nicht beherrschende Anteile entfallenden Teils der Eigenkapitaldifferenz ist in einem Ausgleichsposten nach § 307 Abs. 1 HGB auszuweisen. Eine entsprechende Aufgliederung ist im Eigenkapitalspiegel vorzunehmen.

4. At-Equity Methode

Für Abschlüsse von Unternehmen, die nach der Equity-Methode bewertet werden, gilt auch die oben beschriebene modifizierte Stichtagskursmethode.

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