12
Feb
2018

Gesellschaftsrecht

LG Frankfurt führt englischsprachige Kammer ein

Benjamin Kastner, LL.M.

Das Landgericht Frankfurt hat zum 1.01.2018 eine englischsprachige Kammer für Handelssachen eingerichtet und stärkt damit Frankfurt als Gerichtsstandort für international verhandelte Streitigkeiten.

Das Landgericht Frankfurt hat zum 1.01.2018 eine englischsprachige Kammer bei der Kammer für Handelssachen eingerichtet. Handelssachen, also Rechtsstreitigkeiten die das Handels-, Gesellschafts- oder Wettbewerbsrecht betreffen, können von Parteien gemäß neuem Geschäftsverteilungsplan nunmehr auf Englisch verhandelt werden, wenn sie übereinstimmend erklären, dass sie die mündliche Verhandlung in englischer Sprache führen und auf einen Dolmetscher verzichten wollen.

Gerichtssprache bleibt gemäß § 184 Gerichtsverfassungsgesetz jedoch weiterhin Deutsch, sodass zwar auf Englisch – mündlich – verhandelt werden kann, Schriftsätze, Anträge, Protokolle sowie auch das Urteil jedoch weiterhin in deutscher Sprache abgefasst werden müssen.

Zwar ist es auch bei den Kammern für Handelssachen anderer Landgerichte unlängst üblich, Verhandlungen hin und wieder mal auf Englisch zu führen. Die Einführung einer englischsprachigen Kammer hingegen, bei der auf Antrag der Parteien vollständig in englischer Sprache verhandelt werden kann, ist hingegen neu. Es bleibt daher abzuwarten, wann Gerichtsstandorte wie Hamburg, München oder Berlin nachziehen werden, um als solche attraktiv zu bleiben.

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