24
May
2019

Gewerblicher Rechtsschutz

Michael Ende, du hast mein Leben zerstört

Dr. Ralf Möller, M.Jur. (Oxford)

Dieser aus dem Jahre 1995 stammende Song der „Hamburger Schule“ Band Tocotronic kommt einem in den Sinn,  wenn man die Pressemitteilungen zum aktuellen Urteil des OLG München studiert, in dem es um das letzte noch offene (juristische) Kapitel des 1984 verfilmten Jugendbuchklassikers „Die unendliche Geschichte“ geht (Urt. v. 21.03.2019, Az. AZ 29 U 2105/18).

Streit um Vermarktungsrechte
Geklagt hatten ein Rechtsanwalt und dessen Sohn gegen Michael Endes Nachlassverwalter. Der Anwalt hatte damals zwischen Michael Ende und dem Filmproduzenten Bernd Eichinger die Rechteeinräumung an dem Film vermittelt und war als Co-Produzent am Film beteiligt. Michael Ende hätte ihm umfassende Merchandising-Rechte an dem zugrundeliegenden literarischen Werk auf Lebenszeit zugesichert, so der Anwalt.

Erben sprechen von "Lügenkonstrukt"
Dies sahen der Nachlassverwalter und die Erben Michael Endes anders. Es sei damals ausschließlich um die Verwertungsrechte an dem Film gegangen, die seit 2005 wieder bei Michael Endes Erben liegen. An dem zugrundeliegenden Jugendbuchklassiker aus dem Jahre 1979 seien dem Anwalt niemals irgendwelche Merchandising-Rechte eingeräumt worden.

OLG München entscheidet im Sinne der Erben
Das OLG München schlug in der mündlichen Verhandlung zunächst einen Vergleich vor, den die Erben ablehnten. Mit Urteil vom 21. März 2019 gab das Gericht nun den Erben vollumfänglich Recht und wies die Klage ab. Die Revision wurde nicht zugelassen. Damit steht nun fest, dass die Film- und Merchandisingrechte am Werk „Die unendliche Geschichte“ einheitlich bei den Erben Michael Endes liegen.

Fazit
Zumindest in juristischer Hinsicht ist „Die unendliche Geschichte“ nun für die Erben Michael Endes zu einem glücklichen Ende gekommen. Dazu passt, dass der eingangs erwähnte Tocotronic Song auf einem Album erschien, welches den Namen „Nach der verlorenen Zeit“ trägt.

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