24
Jan
2019

Rechnungslegung

Neue Regelungen zur Bilanzierung von assoziierten Unternehmen

Beatrix Arlitt

Das DRSC (Deutsche Rechnungslegungs Standards Committee e.V.) hat in seiner Sitzung am 17. Juli 2018 den DRS 26 „Assoziierte Unternehmen“ verabschiedet, der den bisherigen Standard DRS 8 „Bilanzierung von Anteilen an assoziierten Unternehmen im Konzernabschluss“ ersetzt.
Der DRS 26 regelt bzw. stellt folgende Punkte klar:

  • Kriterien für das Vorliegen eines assoziierten Unternehmens,
  • Anwendungsbereich der Equity-Methode,
  • Bewertung nach der Equity-Methode,
  • Angaben im Konzernanhang.

Kriterien für die Einordnung als assoziiertes Unternehmen nach § 311 HGB

Voraussetzung für die Einordnung eines Unternehmens als assoziiertes Unternehmen sind, dass eine Beteiligung nach § 271 Abs.1 HGB besteht und tatsächlich ein maßgeblicher Einfluss auf die Geschäfts- und Finanzpolitik des Unternehmens ausgeübt wird. Ein maßgeblicher Einfluss wird einem direkt oder indirekt gehaltenen Stimmrechtsanteil von mindestens 20 % wiederlegbar vermutet. Bei einem Stimmrechtsanteil von unter 20 % (negative Assoziierungsvermutung) muss zusätzlich geprüft werden, ob nicht doch unter Berücksichtigung der Gesamtumstände ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt wird. Ein Indiz für eine doch faktische Einflussmöglichkeit könnte sein, dass ein Vertreter des Unternehmens Mitglied in einem Organ ist, das die Geschäfts- und Finanzpolitik bestimmt (z. B. in einem Aufsichtsrat).

Anwendungsbereich der Equity-Methode

Assoziierte Unternehmen sind, sofern sie nicht für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von untergeordneter Bedeutung sind, nach der Equity-Methode zu bilanzieren. Wenn eine Beteiligung an einem assoziierten Unternehmen mit der Absicht zur Weiterveräußerung erworben wurde findet die Equity-Methode keine Anwendung.

Bewertung nach der Equity-Methode

Bei der erstmaligen Anwendung der Equity-Methode sind die Anteile an einem assoziierten Unternehmen zu ihren Konzernbuchwerten anzusetzen. In einer Nebenrechnung ist der Buchwert mit dem anteiligen Eigenkapital zu verrechnen und der sich daraus ergebenden Unterschiedsbetrag ist unter Berücksichtigung latenter Steuern auf die darin enthaltenen stillen Reserven und Lastern sowie einem verbleibenden Geschäfts- oder Firmenwerte bzw. passivischen Unterschiedsbetrag aufzuteilen.

In den Folgejahren ist der Equity-Wertansatz um das anteilige Jahresergebnis zu erhöhen bzw. zu vermindern. Ebenso wirken sich andere Eigenkapitalveränderungen wie z. B. Ausschüttungen, Kapitalerhöhungen positiv oder negativ auf den Bilanzansatz aus. Führt die Equity Fortschreibung zu einem negativen Wert, ist die Beteiligung mit einem Erinnerungswert anzusetzen. In einer Nebenrechnung ist der Wert fortzuführen, bis wieder ein positiver Wert erreicht ist. Anteilige Verluste, die nicht gegen den Equity Wert verrechnet werden können, sind als Minderung von ggf. bestehenden Gesellschafterdarlehen zu behandeln, wenn diese aufgrund einer fehlenden drittüblichen Besicherung beteiligungsähnlichen Risiken ausgesetzt sind.

Ausgangspunkt für die Equity-Bewertung ist der letzte verfügbare Jahresabschluss des assoziierten Unternehmens. Dessen Stichtag muss nicht mit dem Konzernabschlussstichtag des Mutterunternehmens übereinstimmen. Auch ist es nicht notwendig, dass es sich um einen festgestellten Jahresabschluss handeln. Es ist ausreichend, wenn alle wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsentscheidungen verbindlich getroffen worden sind und bei bestehender Prüfungspflicht die wesentlichen Prüfungshandlungen abgeschlossen sind. Zudem muss der Abschluss eines assoziierten Unternehmens nicht an die einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des Konzerns angepasst werden. Somit ist es auch nicht erforderlich, dass bei assoziierten Unternehmen, die in einem Drittstaat ihren Sitz haben, geprüft wird, ob der Jahresabschluss nach dem EU-Konzernbilanzrecht gleichwertigen Bestimmungen aufgestellt ist.

Liegt der beizulegende Ertragswert unter dem Wert, der sich aus der Fortschreibung des Equity Werts ergibt, ist bei einer dauerhaften Wertminderung eine außerplanmäßige Abschreibung vorzunehmen. Die Abschreibung ist zunächst auf den in der Nebenrechnung enthaltenen Geschäfts- und Firmenwert und auf die stillen Reserven vorzunehmen. Zuschreibungen, bei Wegfall des Grunds der dauerhaften Wertminderung, sind zunächst auf die stillen Reserven in der Nebenrechnung, jedoch nicht auf den Geschäfts- und Firmenwert, vorzunehmen, danach erhöht sich der Beteiligungsansatz.

Bei durchgeführten Kapitalmaßnahmen ist folgendes zu beachten:

  • Verhältniswahrende Kapitalmaßnahmen führen zu einer erfolgsneutralen Erhöhung bei Kapitalerhöhungen bzw. erfolgsneutralen Verminderung bei Kapitalherabsetzungen des Equity-Buchwertes. Dabei sind nach dem neuen DRS 26 auch Kapitalmaßnahmen zu berücksichtigen, die nach dem Abschlussstichtag des Equity-Unternehmens jedoch vor dem Abschlussstichtag des Konzernabschlusses vornehmen werden, sofern alle erforderlichen Informationen hierzu vorliegen.
  • Bei nicht verhältniswahrende Kapitalmaßnahmen ist derjenige Teil des Änderungsbetrags, der nicht auf Einlagen des beteiligten Unternehmens beruht, erfolgswirksam im Equity-Wert zu berücksichtigen.

Angaben zu assoziierten Unternehmen im Konzernanhang

Der DRS 26 enthält einen Katalog von erforderlichen Anhangangaben und enthält auch Ausführungen zur Darstellung der Beteiligungsbuchwerte an assoziierten Unternehmen im Konzernanlagengitter.

Anwendung

Der DRS 26 ist erstmalig verpflichtend für Konzernabschlüssen, die für Geschäftsjahre beginnend nach dem 31. Dezember 2019 aufgestellt werden, anzuwenden. Dabei sind die Neuregelungen prospektiv bei der Erstanwendung als auch bei der Fortschreibung des Buchwertes anzuwenden.

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