02
Mar
2021

Rechnungslegung

Server im Ausland – Unter Umständen (K)ein Problem mehr…

Michael Kapitza

Fast schon unbemerkt hat der Gesetzgeber den buchführungspflichtigen Unternehmen eine kleine Erleichterung aufgegeben. Wenn diese bis dato beispielsweise ein Buchführungsprogramm nutzten, dass nicht in Deutschland, sondern bei der Muttergesellschaft im Ausland gehostet war musste das in Deutschland ansässige Unternehmen vor der Nutzung die Zustimmung der Finanzbehörden einholen. Dies folgt dem Grundsatz, dass alle buchhaltungsrelevanten Unterlagen im Inland zu führen und aufzubewahren sind, also auch den (elektronischen) Buchungsstoff. 

Durch das Jahressteuergesetz 2020, welches Ende 2020 verabschiedet wurde, ist nun zumindest in den Fällen keine Zustimmung mehr erforderlich, in denen die Daten bzw. Unterlagen sich innerhalb der EU befinden. Sofern also beispielsweise eine weltweit operierende Unternehmensgruppe mit einer Tochtergesellschaft in Deutschland ihre Buchführung in ein shared service center in Polen ausgelagert hat wäre dies nun ohne besondere Genehmigung der deutschen Finanzbehörden möglich. Einzige Voraussetzung ist, dass der Zugriff auf die Daten im Falle einer Betriebsprüfung sichergestellt ist. Dies gilt ebenfalls auch für das gesamte Beleggut der Gesellschaft. 

Befinden sich die Daten außerhalb der EU ist weiterhin eine Antragstellung erforderlich. Immerhin: Es ist geplant, dass dies zukünftig auch elektronisch möglich sein soll. 

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