20
Sep
2021

Rechnungslegung

(Steuerliche) Bewertung der Pensionsrückstellungen länger haltbar?!

Michael Kapitza

Das Bundesverfassungsgericht hat kürzlich geurteilt, dass die Verzinsung von Steuer(nach)forderungen mit 6 % ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr verfassungsgemäß war bzw. ist. Quasi im Fahrwasser dieser Entscheidung müssen nunmehr auch die Bewertungen in der Handels- und Steuerbilanz hinterfragt werden, die einen ähnlichen Zinssatz verwenden.

Hier fallen einem insbesondere die Pensionsrückstellungen ein, die bisher teilweise aus Vereinfachungsgründen auch in der Handelsbilanz mit einem steuerlich getriebenen Zinssatz abgezinst werden. 

Nach unserem Verständnis verstößt diese Praxis ebenso gegen das Gesetz wie die bisher praktizierte Verzinsung von Steuerforderungen (durch die Finanzbehörden).

Folgt man diesem Ansatz, so müsste der Abzinsungssatz der Pensionsrückstellungen in der Handels- und Steuerbilanz erheblich reduziert werden. In der Folge würden die Pensionsrückstellungen ansteigen. Grundsätzlich wäre diese Entwicklung aus Sicht der steuerlichen Ergebnisoptimierung erfreulich; dies vor allem dann, wenn in der Handelsbilanz bereits heute ein Abzinsungssatz nach dem BilMoG verwendet wird (also kein Gleichklang). Der korrekterweise anzuwendende Abzinsungssatz dürfte sich eher am Abzinsungssatz nach der Rückstellungsabzinsungsverordnung als an willkürlich festgelegten steuerlich motivierten Abzinsungssätzen bewegen. 

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