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06
Dec
2016

Unternehmensteuerrecht

Veräußerung von Kapitalgesellschaftsanteilen: Nichtabziehbarkeit von Kosten

Dr. Robert Kroschewski

Veräußern Kapitalgesellschaften Anteile an anderen Kapitalgesellschaften so ist der Gewinn in aller Regel zu 95 % steuerfrei. Verluste sind steuerlich unbeachtlich. Im Ergebnis sind auch damit im Zusammenhang stehende Veräußerungskosten steuerlich unbeachtlich.

Dass dies recht weit gehen kann, zeigt eine Entscheidung des BFH vom 15.06.2016 (I R 64/14), in der für eine Gesellschaft, die ausschließlich Vorratsgesellschaften gründete und zeitnah veräußerte, die gesamten Gemeinkosten als Veräußerungskosten eingeordnet wurden und dementsprechend nicht steuerlich abzugsfähig waren. Dies erscheint stimmig, denn die Gesellschaft verfolgte keinen anderen Zweck als Einnahmen aus der Veräußerung von Kapitalgesellschaftsanteilen zu erzielen. Fraglich ist indes, was dies für sonstige Gesellschaften bedeutet, die nur gelegentlich Beteiligungen veräußern. Auch bei diesen wird man wohl Gemeinkosten in die Veräußerungskosten einbeziehen, wobei die Veranlassung aufgrund einer wertenden Betrachtung zu bestimmen sein dürfte. Jedenfalls dürfen sich solche Gesellschaften in den Steuererklärungen nicht darauf zurückziehen, bloß unmittelbare mit der Veräußerung zusammenhängende Kosten (Beurkundungsgebühren, SPA) als unbeachtlich zu berücksichtigen.

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