08
Dec
2015

Rechnungslegung

Werbeaufwand im Steuerrecht (1/3)

Werbung und Werbeaufwand sind ein Dauerbrenner nicht nur in Bezug auf den Inhalt und das Medium der Werbung, sondern auch bezüglich der (steuer-)bilanziellen Abbildung. Je nach tatsächlicher Ausgestaltung entstehen immaterielle Vermögensgegenstände/ Wirtschaftsgüter (mögliche Folge: Abschreibungsaufwand über mehrere Jahre verteilt) oder sofort abziehbare Betriebsausgaben. Folgender dreiteiliger Überblick soll verschiedene Formen aus steuerlicher Sicht grob skizzieren und bzgl. der bilanziellen Behandlung sensibilisieren:

Homepage und Domain

Wird eine Homepage von eigenen Mitarbeitern selbst entwickelt, stellt sie zwar ein immaterielles Wirtschaftsgut dar, darf steuerlich aber nicht aktiviert werden (§ 5 Abs. 2 EStG). Hinweis: Handelsrechtlich besteht in diesem Fall ein Aktivierungswahlrecht (§ 248 Abs. 2 HGB). Für den Fall, dass ein externer Dienstleister die Homepage gestaltet und erstellt, besteht in jedem Fall ein Aktivierungsgebot. Die Nutzungsdauer richtet sich nach dem Einzelfall. Für eine Firmenhomepage wird regelmäßig von drei bis sechs Jahren ausgegangen, besteht hingegen ein direkter Bezug, bspw. zu einem Produkt, ist sich an dessen Lebens- bzw. Vermarktungszyklus zu orientieren.
Eine Domain hingegen (die IP-Adresse selbst und damit der Name der Webpräsenz) muss zwangsläufig entgeltlich erworben werden und ist damit ein aktivierungspflichtiges Wirtschaftsgut. Nach BFH-Rechtsprechung stellt die Domain im Regelfall ein nicht abnutzbares Wirtschaftsgut dar und ist damit nicht der planmäßigen Abschreibung zugänglich.

Messen und Ausstellungen

Bei einer Präsentation auf Messen stellen Aufwendungen wie Standgebühren, Mieten und Nebenkosten stets sofort abziehbare Betriebsausgaben dar. Lediglich Aufwendungen für den Messestand an sich sind zu aktivierende Anschaffungskosten eines Wirtschaftsgutes, wenn und soweit sie wiederverwendbar sind (dies gilt nur für die Grundausstattung des Messestandes, nicht für anfallende Umbaukosten o.ä.).

Autor: Johannes Quednau

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