14
Dec
2015

Rechnungslegung

Werbeaufwand im Steuerrecht (2/3)

Werbung und Werbeaufwand sind ein Dauerbrenner nicht nur in Bezug auf den Inhalt und das Medium der Werbung, sondern auch bezüglich der (steuer-)bilanziellen Abbildung. Je nach tatsächlicher Ausgestaltung entstehen immaterielle Vermögensgegenstände/ Wirtschaftsgüter (mögliche Folge: Abschreibungsaufwand über mehrere Jahre verteilt) oder sofort abziehbare Betriebsausgaben. Folgender dreiteiliger Überblick soll verschiedene Formen aus steuerlicher Sicht grob skizzieren und bzgl. der bilanziellen Behandlung sensibilisieren:

Werbespots

Bei Werbespots handelt es sich um Produkt- und Imagefilme, deren Produktion in Eigenregie oder als Auftragsfertigung erfolgen kann. Bei der Produktion in Eigenregie entsteht zwar ein immaterielles Wirtschaftsgut, welches allerdings nicht aktiviert werden darf (siehe Erläuterungen zu Homepages). Die Zuhilfenahme von externen Dienstleistern sind in „echte“ (aktivierungspflichtige immaterielle Wirtschaftsgüter) und „unechte“ (sofort abziehbare Betriebsausgaben) Auftragsproduktionen zu unterscheiden.
Die „unechte“ Auftragsproduktion kennzeichnet sich u.a. durch  folgende Merkmale: Die Leitung, Überwachung und Freigabe der Produktion obliegt dem Auftraggeber und der externe Dienstleister als Auftragnehmer trägt kein eigenes Risiko. Treffen diese Merkmale nicht zu (ist der Auftragnehmer einem unternehmerischen Risiko ausgesetzt sowie mit einer unternehmerischen Entscheidungskompetenz ausgestattet), handelt es sich um eine „echte“ Auftragsproduktion mit der Folge, dass ein zu aktivierendes immaterielles Wirtschaftsgut vorliegt. Die Nutzungsdauer beträgt regelmäßig fünf Jahre, kann aber in begründeten Fällen auch abweichen.

Werbemaßnahmen in Hörfunk-, TV- oder Printmedien

Diese Form der Werbung ist vergänglich, sie ist nach Erscheinen im jeweiligen Medium wirtschaftlich verbraucht. Aufwendungen dieser Art stellen damit grundsätzlich sofort abziehbare Betriebsausgaben dar. Bei längerfristigen Verträgen mit einmaliger Zahlung sind je nach Ausgestaltung Rechnungsabgrenzungsposten zu bilden.

Autor: Johannes Quednau

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