Im Zuge von Jahresabschlussarbeiten und Jahresabschlussprüfungen sind Saldenabstimmungen ein beliebtes Mittel um sicherzustellen, dass Buchhaltungen die Geschäftsvorfälle gleichlautend erfassen. 

Häufig kommt es im Rahmen von Saldenabstimmungen zu dem Ergebnis, dass Unternehmen A eine Forderung ausgeglichen hat, während Unternehmen B dies nicht bestätigen kann. Ursächlich sind dann meistens sogenannte zeitliche Buchungsunterschiede, also Unternehmen A hat beispielsweise eine Zahlung geleistet; diese ist jedoch bei Unternehmen B aufgrund der Banklaufzeit noch nicht angekommen. Gerade um den Jahresabschlussstichtag herum kommt es regelmäßig zu solchen Versetzungen: Zahlungen kurz vor dem Abschlussstichtag werden erst im Folgejahr gutgeschrieben. 

Interessanterweise begnügen sich alle Parteien dann regelmäßig mit der Erklärung eines zeitlichen Buchungsunterschiedes. Tatsächlich kann es diese einfach nicht geben. Eine Forderung in Geld ist regelmäßig nur dann erfüllt, wenn die Gegenseite uneingeschränkt über die Geldmittel verfügen kann. Folglich sind zeitliche Buchungsunterschiede nichts anderes als „unterwegs befindliche“ Gelder oder eben noch nicht erfüllt Forderungen (aus Sicht des Zahlenden also Verbindlichkeiten). 

Bilanziell betrachtet sind diese Zahlungen jedoch auch nicht mehr dem Posten Flüssige Mittel, Kasse, Bank, usw. zuzuordnen, da der Zahlende über die Mittel definitiv nicht mehr verfügen kann. Sachlich richtig werden solche unterwegs befindlichen Gelder daher richtigerweise auch als sonstiger Vermögensgegenstand auszuweisen sein.